Halberstadt: Hohe Investments in Wohnimmobilien

Halberstadt: Hohe Investments in Wohnimmobilien

Halberstadt: Hohe Investments in Wohnimmobilien
Cureus baut in Halberstadt eine moderne Seniorenresidenz. Quelle: Plan & Bauwerk (Winsen/Aller), Jan von Hörsten

Die Halberstädter Wohnungsgesellschaft investiert in ihren Bestand und – das ist wohl eine Besonderheit – in den Zukauf von Wohneinheiten eine zweistellige Millionensumme. Cureus baut in der Stadt im Harz eine Seniorenresidenz komplett neu.

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Die Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe), der größte Vermieter im Landkreis Harz mit über 3.700 Wohnungen und knapp 100 Gewerbeeinheiten, plant für das Jahr 2025 laut der Tageszeitung Volksstimme Investitionen in Höhe von rund 10,4 Millionen Euro. Diese Mittel sollen nicht nur für bauliche Modernisierungen verwendet werden, sondern auch zur Erweiterung des Wohnungsbestandes beitragen. „Wir setzen dabei nicht nur auf bauliche Modernisierungen, sondern erweitern auch den Wohnungsbestand des Unternehmens“, sagt Daniel Herrmann, Geschäftsführer der HaWoGe, der Volksstimme. 2025 gibt es eine Besonderheit: Die HaWoGe erweitert ihren Bestand um 74 Wohnungen durch den Ankauf mehrere Wohngebäude, die vorher einem privaten Vermieter gehörten.

Baugenehmigungen in Sachsen-Anhalt 2024 weiter gesunken

Laut dem Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt wurden in den ersten drei Quartalen in dem Bundesland insgesamt 2.153 Baugenehmigungen erteilt, was einem Rückgang von 10,8 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Davon betrafen 1.558 Genehmigungen Wohngebäude, was einem Rückgang von 18 Prozent entspricht. ImmoScout ermittelte, dass die durchschnittliche Kaltmiete in Halberstadt im vierten Quartal 2024 5,44 Euro pro Quadratmeter betrug, was einen Anstieg von etwa 1,68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Angesichts dieser Miethöhen sind die umfangreichen Modernisierungen für die Stadt und deren Bewohner nicht hoch genug einzuschätzen. Die Altbauten in der Bödcherstraße 3/4 und Unter den Weiden 12/13 bekommen unter anderem einen Farbanstrich und Balkone, leerstehende Wohnungen werden saniert. Das zweite Modernisierungsvorhaben betrifft, so die Volksstimme, einen Wohnblock in Plattenbauweise, der direkt an die Lindenhofterrassen angrenzt. Der Plattenbau in der Heinrich-Julius-Straße 5, in dem das gemeinsam mit dem Diakonischen Werk getragene Projekt „neues wohnen“ seinen Anfang nahm, soll über zwei Jahre saniert werden. In diesem Jahr stehen vor allem Innenarbeiten an, was angesichts des hohen Altersdurchschnitts der Mieter eine besondere Herausforderung darstellt.

Cureus baut Seniorenresidenz und Service-Wohnungen

Auf einem rund 7.400 Quadratmeter großen Grundstück im Süden von Halberstadt entstehen zwei barrierefreie Gebäude für die compassio Seniorenresidenz Halberstadt. Die Bauarbeiten erfolgen in zwei parallel laufenden Abschnitten. Die gesamte Anlage des Projektentwicklers Cureus wird als KfW-Effizienzhaus 40 mit dem staatlichen Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) realisiert und strebt zusätzlich eine Zertifizierung nach dem DGNB-Silber-Standard an. Die geplanten Maßnahmen zur Energieeffizienz umfassen unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie eine Wärmepumpe, die für die Beheizung und Warmwassererzeugung sorgt. Ergänzend dazu werden die Flachdächer extensiv begrünt, um Regenwasser zurückzuhalten und das Mikroklima zu verbessern. Zudem ist die Pflanzung neuer Bäume auf dem Gelände vorgesehen.

Das Hauptgebäude der Seniorenresidenz verläuft entlang des Goldbachs und öffnet sich nach Süden zu einem Innenhof. Es ist L-förmig angelegt, umfasst 140 Pflegeplätze sowie sechs Service-Wohnungen und bietet eine Bruttogrundfläche von rund 7.910 Quadratmetern. Der Bau erstreckt sich über vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Jedes der 140 Einzelzimmer ist mit eigenem Bad ausgestattet, 62 Zimmer werden rollstuhlgerecht sein.  Die Bewohner leben in acht eigenständigen Wohngruppen, von denen jede jeweils über eine eigene Wohnküche, einen Aufenthaltsbereich und einen Balkon verfügt. Ein Teil des Erdgeschosses ist für gemeinschaftliche Einrichtungen vorgesehen. Zusätzlich entstehen 24 Service-Wohnungen auf dem Gelände. Sechs davon befinden sich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes und sind über einen separaten Eingang von der Hans-Neupert-Straße aus erreichbar. Die übrigen 18 Wohneinheiten befinden sich in einem zweiten Gebäude an derselben Straße. Diese sind zwischen 47 und 63 Quadratmeter groß und für Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte konzipiert.

Jede Wohnung umfasst einen Wohnraum mit Kochgelegenheit, einen Schlafraum, ein eigenes Bad, einen Flur, einen Abstellraum sowie eine überdachte Terrasse, einen Balkon oder eine Dachterrasse. Drei der Apartments sind rollstuhlgerecht ausgestattet. Das Gebäude erstreckt sich über drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss, die per Aufzug und Treppe erreichbar sind.