Immobilienmarkt in Sachsen-Anhalt: Preise stabilisieren sich

Immobilienmarkt in Sachsen-Anhalt: Preise stabilisieren sich

Immobilienmarkt in Sachsen-Anhalt: Preise stabilisieren sich
Quelle: Canvas / Pixabay

Der Immobilienmarkt in Sachsen-Anhalt hat sich beruhigt. Nach einer Phase teils starker Preisanstiege haben sich die Preise für Eigenheime stabilisiert oder sind in einigen Regionen sogar gesunken. Besonders auffällig ist der Rückgang in Sangerhausen, während Wernigerode als Ausreißer nach oben heraussticht.

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Laut dem aktuellen Immobilienpreisspiegel des Immobilienverbands Deutschland Mitte-Ost (IVD) zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung in den Städten Sachsen-Anhalts. Während in Magdeburg die Preise für Einfamilienhäuser mit 450.000 Euro auf Vorjahresniveau geblieben sind, verzeichnete Halle (Saale) einen leichten Anstieg auf 410.000 Euro. Besonders auffällig ist der Rückgang in Sangerhausen, wo der durchschnittliche Hauspreis von 200.000 Euro auf 150.000 Euro gesunken ist.

Ein deutlicher Anstieg hingegen ist in Wernigerode zu beobachten, wo sich die Preise auf 400.000 Euro eingependelt haben – und damit auf dem Niveau größerer Städte liegen. Der IVD erklärt dies mit der geografischen Begrenzung der Harzstadt und der hohen Lebensqualität, die sie für Käufer besonders attraktiv macht.

Energieeffizienz wird entscheidend

Der Trend zur stabilen Preisentwicklung hängt auch mit veränderten Prioritäten der Käufer zusammen. „Die Menschen sind sensibler für das Thema Energieeffizienz geworden und achten zunehmend auf niedrige Nebenkosten", sagt Thomas Leitel, Immobilienmakler aus Wanzleben und IVD-Repräsentanzleiter für Magdeburg in der Magdeburger Volksstimme. Besonders Immobilien mit einfachem Standard und hohem Sanierungsbedarf verzeichnen Preisrückgänge, da Banken strenger prüfen und energetische Sanierungen oft hohe Folgekosten mit sich bringen.

Laut einer Umfrage der Bundesbank ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten zuletzt wieder gestiegen. Banken agieren jedoch restriktiver und legen mehr Wert auf den energetischen Zustand der Immobilien.

Intel-Effekt: Magdeburg bleibt dynamisch

Ein weiterer Faktor, der den Magdeburger Immobilienmarkt beeinflusst hat, ist die geplante Ansiedlung von Intel. „Die Euphorie nach der Ankündigung war enorm groß“, erklärt Robert Vesely, Vizepräsident des IVD-Bundesverbandes, in der Magdeburger Volksstimme. Zwar seien die Preise nicht wie erwartet explodiert, doch habe Magdeburg an Attraktivität gewonnen. Die Stadt bleibe ein interessanter Standort für Investoren, auch wenn sich die geplante Intel-Ansiedlung verzögert habe.

Robert Vesely sieht zudem politische Entwicklungen als möglichen Impuls für den Markt. Nach der Bundestagswahl könnte es zu Erleichterungen beim Immobilienerwerb kommen. Parteien wie CDU, FDP und BSW fordern etwa höhere Freibeträge oder eine Befreiung von der Grunderwerbssteuer für selbst genutztes Wohneigentum. Auch das umstrittene Heizungsgesetz könnte erneut diskutiert werden, was sich auf Sanierungskosten und Kaufentscheidungen auswirken könnte.

Während der Kaufmarkt Anzeichen einer Stabilisierung zeigt, klettern die Mieten weiter. Laut dem IVD-Preisspiegel gab es 2024 in Sachsen-Anhalt nur eine Richtung: nach oben. Besonders in den Städten wird Wohnraum knapper, was die Nachfrage nach Eigentum zusätzlich antreibt.