Dieser Ankauf zeigt einmal mehr, dass Sachsen als Wachstumsstandort für Gewerbeimmobilien eine große Bedeutung hat.
Sirius Real Estate hat den Erwerb eines Gewerbeparks im sächsischen Reinsberg für 20,4 Millionen Euro notariell beglaubigt. Die 2014 fertiggestellte Immobilie umfasst rund 37.000 Quadratmeter vermietbare Fläche, wovon etwa 29.000 Quadratmeter hochwertige Industrieproduktionsflächen sind. Aktuell ist der Gewerbepark zu 75 Prozent belegt und generiert jährliche Mieteinnahmen von 1,5 Millionen Euro. Der verbleibende Leerstand von 25 Prozent bietet Sirius die Möglichkeit, durch gezielte Vermietungsstrategien zusätzliche Einnahmen zu erzielen und den Wert der Immobilie zu steigern.
Die Immobilie zeichnet sich durch eine hervorragende Verkehrsanbindung aus: Sie liegt in der Nähe zweier großer Autobahnen und unweit des Gewerbeparks Klipphausen, den Sirius bereits im Februar 2024 erworben hat. Damit stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Sachsen weiter und nutzt Synergieeffekte zur Optimierung seiner Objekte. Sirius-CEO Andrew Coombs betont die strategische Bedeutung dieser Akquisition: „Unsere erste Akquisition des Jahres zeigt die Stärke unserer Pipeline und unsere Fähigkeit, schnell Transaktionen durchzuführen. Der Kauf ermöglicht zusätzliche Einnahmen und langfristige Wertsteigerung durch unsere Plattform.“
Klassische Industrieproduktion bis zur High-Tech-Fertigung
Die Investition von Sirius Real Estate steht exemplarisch für die Attraktivität Sachsens als Standort für Gewerbe- und Industrieimmobilien. Die Region hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt und zieht Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an – von klassischer Industrieproduktion bis hin zur High-Tech-Fertigung. Städte wie Leipzig, Dresden und Chemnitz bieten eine gute Infrastruktur, ein starkes Netzwerk an Forschungseinrichtungen und vergleichsweise moderate Miet- und Grundstückspreise im Vergleich zu anderen deutschen Wirtschaftszentren.
Besonders Dresden hat sich als Technologie- und Produktionsstandort etabliert. Die Stadt gehört zu Silicon Saxony, Europas größtem Mikroelektronik-Cluster, in dem mehr als 2.500 Unternehmen mit über 76.000 Beschäftigten tätig sind. Ein entscheidender Meilenstein für die Region ist die Entscheidung zur Ansiedlung der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC), einem Joint Venture von TSMC, Bosch, Infineon und NXP. Die neue Chipfabrik, die bis 2027 in Betrieb gehen soll, wird mit einer Investition von über zehn Milliarden Euro realisiert und soll 2.000 Arbeitsplätze schaffen.
Laut Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Netzwerks Silicon Saxony, spielt das bestehende Ökosystem eine zentrale Rolle für diese Entwicklung: „Hier in Sachsen finden Unternehmen das notwendige Forschungs- und Produktionsumfeld, um schnell zu skalieren“, sagte er nach der Ansiedlungsentscheidung von TSMC in der WELT. Diese Investition steigere die Nachfrage nach Gewerbeflächen weiter.
Wachstumspotenzial für Investoren und Projektentwickler
Neben der Mikroelektronikbranche profitieren auch andere Wirtschaftsbereiche von der positiven Entwicklung. Leipzig beispielsweise hat sich zu einem bedeutenden Logistik- und Handelsstandort entwickelt, Chemnitz wiederum punktet mit einer starken Maschinenbau- und Automobilzulieferindustrie und verzeichnet steigende Investitionen in Gewerbeflächen. Die Mietpreise in Sachsen kommen Neuansiedlungen durchaus entgegen: Die Industrie- und Handelskammer gab anhand der Werte des IVD Immobilienpreisspiegels IVD Mitte-Ost 2024 für Produktions- und Werkstattflächen in Dresden Preise zwischen 3,50 und 8,00 Euro pro Quadratmeter an, in Bischofswerda 1,50 bis 3,50 und in Radeberg 0,25 bis 8,00 Euro.