Für die sächsische Landeshauptstadt gibt es gute Zahlen: Laut dem Gutachterausschuss gab es 2024 eine steigende Nachfrage und mehr Vertragsabschlüsse. Nach Analysen von DIP bestätigt Dresden seine Stellung als einer der attraktivsten Wohninvestment-Standorte in Deutschland. Das ist ein gutes Signal für die Marktstabilität, aber für renditeorientierte Investoren könnte es weniger lukrativ sein.
Das Niveau von 2022 ist wieder erreicht: Das belegen zumindest die Zahlen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte der Landeshauptstadt Dresden für 2024. Darin fixiert: steigende Nachfrage und damit mehr Vertragsabschlüsse. Demnach schafften es 4.563 Erwerbsvorgänge zur Aufnahme in die Kaufpreissammlung. Das sind rund 43 Prozent mehr als 2023 (3.195), was in Euro etwa zwei Milliarden bedeutet und stieg damit gegenüber 2023 um 47 Prozent. „Davon entfielen auf bebaute Grundstücke rund 330 Millionen Euro, auf das Sondereigentum (Eigentumswohnungen und Teileigentum) rund 237 Millionen Euro und auf unbebaute Grundstücke etwa 100 Millionen Euro“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Dresden.
Weitere Details:
- Unbebaute Grundstücke
237 Erwerbsvorgänge im Jahr 2024 (+35 Prozent gegenüber 2023 mit 176 Transaktionen)
Geldumsatz von rund 207 Millionen Euro (+95 Prozent im Vergleich zu 2023)
Anstieg des Umsatzes durch zwei Großtransaktionen mit jeweils über 40 Millionen Euro
- Bebaute Grundstücke
Höchster Geldumsatz im Jahr 2024 mit rund 1,14 Milliarden Euro
Steigerung um 42 Prozent gegenüber 2023 (802 Millionen Euro)
Anzahl der gehandelten Objekte stieg um 20 Prozent von 656 auf 787
- Markt für Sondereigentum (Wohnungs- und Teileigentum wie Büro und Gewerbe)
3.324 Erwerbsvorgänge, rund 75 Prozent Marktanteil nach Anzahl der Transaktionen
Steigerung um über 50 Prozent im Vergleich zu 2023
Geldumsatz von 658 Millionen Euro (+56 Prozent gegenüber 421 Millionen Euro in 2023)
Renditen in Dresden bei 3,4 Prozent
DIP – Deutsche Immobilien-Partner analysierte für den gesamtdeutschen Investmentmarkt 34,7 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zum Jahr 2023 eine Steigerung von 25 Prozent, im Vergleich zum Zehnjahresmittel allerdings 52 Prozent darunter. Wohnen gehört weiterhin zu den beliebten Assets. Die wie bereits im Vorjahr niedrigste Spitzenrendite erzielen Wohninvestments mit unverändert 3,7 Prozent. Hier führt 2024 erneut Freiburg mit die “Preisliste“ an vor Dresden, Karlsruhe und Nürnberg mit jeweils 3,4 Prozent. Erst dahinter folgt München mit 3,5 Prozent.
Die beiden jüngsten Verkäufe des WERGRUND WohnSelect D zeigen, dass auch im aktuellen Marktumfeld sehr gute Wertsteigerungen erzielt werden können. Die Dresdner Liegenschaft in der Dobritzer Straße und in der Winterbergstraße, bestehend aus acht Gebäuden mit rund 8.000 Quadratmetern Wohnfläche in 138 Wohneinheiten sowie 53 Stellplätzen, wurde 2011 erworben und zum Anfang des Jahres für 14,25 Millionen Euro verkauft. Im Vergleich zum Kaufpreis bei Ankauf, hat sich der Wert der Immobilie während der rund 13-jährigen Haltdauer mehr als verdoppelt.
Kehrt der Immobilienmarkt in Dresden zurück zu hohen Kaufpreisen und einer überbordenden Nachfrage? Zumindest bei den Preisen deutet sich ein klarer Aufwärtstrend an. Während Eigentumswohnungen noch eine leichte Korrektur verzeichnen, ziehen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in der sächsischen Landeshauptstadt deutlich an. Das zeigen Zahlen vom Baufinanzierer Dr. Klein
Im Vergleich zum vierten Quartal 2023 sinken die Preise für Eigentumswohnungen in Dresden um 0,97 Prozent. Ganz anders sieht es bei Einfamilienhäusern aus: Hier verzeichnet die Stadt mit einem Anstieg von 5,61 Prozent die stärkste Teuerung im gesamten nordöstlichen Raum. Mit einem Medianpreis von 3.260 Euro pro Quadratmeter nähert sich Dresden wieder den Höchstwerten aus der Boomphase des Immobilienmarktes an. Die verstärkte Nachfrage nach Häusern geht einher mit einer Rückkehr zu klassischen Verhandlungsmethoden aus Hochpreiszeiten, beobachtet Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein. Auch wenn sich die Marktlage in vielen Städten weiterhin uneinheitlich entwickelt, setzt Dresden mit seinem dynamischen Wachstum bei Einfamilienhäusern ein klares Zeichen.
Weitere Zahlen aus dem Gutachterausschuss der Stadt Dresden
- Bauland
Grundstückspreise für freistehende Einfamilienhäuser sind um rund elf Prozent gesunken (2024: 320 Euro pro Quadratmeter, 2023: 360 Euro pro Quadratmeter)
Wenig Transaktionen, Anzahl der Grundstückskäufe bleibt niedrig
Anzahl gehandelter Geschossbaugrundstücke für Miet- und Eigentumswohnungen gestiegen (von sechs auf 16)
Quadratmeterpreise: 670 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 585 Euro pro Quadratmeter, aber keine klare Preisentwicklung
- Einfamilienhäuser
Freistehende Einfamilienhäuser (ab 1992) kosten 4.265 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 4.370 Euro pro Quadratmeter)
Mittlerer Kaufpreis: 565.000 Euro
Doppelhaushälften: Preis stabil bei 4.210 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 4.205 Euro pro Quadratmeter)
Mittlerer Kaufpreis für Doppelhaushälfte: 530.000 Euro
2024 gehandelte Objekte waren im Schnitt sieben Jahre jünger
- Geschossbauten
Sanierte Mehrfamilienhäuser der Vorkriegszeit: 1.970 Euro pro Quadratmeter (keine Veränderung zu 2023)
Keine Durchschnittspreise für Mehrfamilienhäuser nach 1990 wegen zu geringer Fallzahl
Wohn- und Geschäftshäuser in gutem Zustand: 2.015 Euro pro Quadratmeter (plus vier Prozent gegenüber 2023: 1.930 Euro pro Quadratmeter)
Stabilisierung nach den Preisabschlägen von 2023
- Wohnungseigentum
Weiterverkauftes Wohnungseigentum: 2.610 Euro pro Quadratmeter (nahe Vorjahr: 2.630 Euro pro Quadratmeter)
Erstverkauf neu errichteter Eigentumswohnungen: 5.565 Euro pro Quadratmeter (minus sieben Prozent gegenüber 2023: 6.000 Euro pro Quadratmeter)
Anzahl gehandelter Wohnungen verdreifacht (von 82 auf 245)
Keine Angaben zu erstverkauften, sanierten Eigentumswohnungen wegen geringer Fallzahl
Mehr Insights in den Dresdner Markt gibt es beim Dresdner Immobilientag am 6. März.