Der IVD präsentiert eine neue Umfrage zum Thema Wohneigentum. Das steht bei den Deutschen immer noch hoch im Kurs, jedoch sehen viele auch Hürden. Kurz vor der Bundestagwahl hat der Bundesverband zudem die Wahlprogramme hinsichtlich Eigentumsförderung und Mietrecht gescannt.
58 Prozent der Bundesbürger halten Wohneigentum für die beste Option für die Altersvorsorge – sieht man von der Rente ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Studie, die der IVD Bundesverband in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden im Januar 2025 über 1.000 Personen. 43 Prozent favorisieren Selbstnutzung. „Die neue Bundesregierung sollte die Legislaturperiode der Eigentumsbildung ausrufen und Wohneigentum deutlich effektiver fördern, als es bisher der Fall war – nicht nur, damit Deutschland endlich die rote Laterne in der EU bei der Wohneigentumsquote abgeben kann, sondern vor allem, um dem Wunsch der Bürger nach Wohneigentum gerecht zu werden“, konstatiert IVD-Präsident Dirk Wohltorf angesichts dieser Zahlen.
Immerhin: Die Wohnimmobilie liegt in diesem Ranking vor Aktien und Fonds (16 Prozent), Lebens- und Rentenversicherungen (zehn Prozent) oder Spareinlagen (sieben Prozent). Beim Wunsch von Mietern nach Eigentum gibt es kaum einen Unterschied zwischen Ost und West, einmal 67 und einmal 68 Prozent. Insgesamt wollen gut zwei Drittel deutschlandweit eine eigene Immobilie. Interessant ist, dass 29 Prozent angeben, sie hätten noch kein geeignetes Objekt gefunden.
48 Prozent scheitern am nicht vorhandenen Eigenkapital. Eine Studie von ImmoScout24 von Anfang Februar 2025 zeigt zudem, dass die Grundsteuer eine erhebliche Last ist, die vor einer Kaufentscheidung mitgedacht werden muss. Laut der Analyse führt die neue Grundstücksbewertung bei 73 Prozent der Menschen mit Wohneigentum zu einer höheren Steuerbelastung, bei 30 Prozent ist sie mehr als doppelt so groß. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) vermieten ihr Eigentum als Geldanlage oder private Altersvorsorge. Davon planen 66 Prozent eine Anpassung der Betriebskosten, um die Erhöhung der Grundsteuer weiterzugeben, lediglich zwölf Prozent planen keine Erhöhung aufgrund der geänderten Grundsteuer. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Zusatzkosten durch höhere Grundsteuerabgaben im ohnehin angespannten Mietmarkt ankommen – dann in Form von Betriebskosten und damit gänzlich ohne schützende Obergrenzen“, so Daniel Hendel, Vice President Product Management bei ImmoScout24.
Apropos Vermietung: 39 Prozent der Mieter, die selbst nicht im Wohneigentum leben möchten, interessieren sich für eine Immobilie als Kapitalanlage. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass 65 Prozent der Befragten eine stärkere staatliche Unterstützung beim Erwerb von Wohneigentum fordern. Dabei ist auffällig, dass diese Anforderung in allen Wählergruppen mehrheitlich vorhanden ist. Bei Anhängern der AfD (72 Prozent) und des BSW (71 Prozent) ist der Wunsch nach mehr Förderung am stärksten. Es folgen die Anhänger der CDU/CSU sowie der FDP mit je 66 Prozent, die Anhänger der SPD (64 Prozent) und die der Grünen (54 Prozent).
Wer eine staatliche Förderung befürwortet, spricht sich vorranging für die steuerliche Begünstigung von selbst genutztem Wohneigentum aus (69 Prozent), eine deutliche Senkung der Grunderwerbsteuer (59 Prozent) sowie die Wiedereinführung der Eigenheimzulage (51 Prozent). „Wohneigentum ist nicht nur ein wichtiger Baustein für die persönliche Sicherheit, Unabhängigkeit und Altersvorsorge des Einzelnen, sondern dient auch als Kitt für unsere Gesellschaft. Die Politik darf ihr Aufstieg-durch-Leistung-Versprechen nicht brechen“, so Dirk Wohltorf.
Der IVD Bundesverband hat die Wahlprogramme der einzelnen Parteien angeschaut.
Eigentumsförderung
- CDU: Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer (250.000 Euro pro Erwachsenen, 150.000 Euro pro Kind) und höhere Erbschaftsteuerfreibeträge sollen den Erwerb erleichtern.
- SPD: Junge Familien sollen durch das Programm „Jung kauft Alt“ besonders in ländlichen Regionen unterstu?tzt werden.
- FDP: Die Grunderwerbsteuer soll gesenkt werden, mit einem Freibetrag von 500.000 Euro fu?r die erste selbst genutzte Immobilie.
- Bündnis 90 / Die Grünen: Eine Reduktion der Grunderwerbnebenkosten, etwa fu?r Makler und Notare, wird angestrebt. Wohnungsbauprämie. Unterstu?tzung Mieter bei gemeinschaftlicher Übernahme des Hauses durch Bu?rgschaften oder zinsvergu?nstigte Kredite.
- AfD: Die Grund-und Grunderwerbsteuer fu?r Selbstnutzer soll abgeschafft, fu?r ausländische Käufer um 20 % erhöht werden. Mieter sollen durch Eigenkapitalersatz und vergu?nstigte Verkäufe öffentlicher Wohnungsunternehmen unterstu?tzt werden.
Mietrecht
- CDU: „Wir stehen fu?r einen wirksamen und angemessenen Mieterschutz –dazu gehören auch die Regeln zur Miethöhe.“ Regelmäßige Wohngeldanpassungen zur Unterstu?tzung von Mietern.
- SPD: Mietpreisbremse soll unbefristet gelten, Mietsteigerungen auf max. 6 % in drei Jahren begrenzt werden. Einschränkung Kurzzeitvermietungen und Umlagefähigkeit der Grundsteuer auf Mieter.
- FDP: Keine neuen Regulierungen, stattdessen gezielte Mietzuschu?sse und Wohngeld.
- Bündnis 90 / Die Grünen: Verschärfung und Entfristung der Mietpreisbremse, Deckelung von Mietsteigerungen.
- AfD: Die AfD steht fu?r ein ausgewogenes Mietrecht und lehnt staatliche Überregulierungen sowie Investitionshemmnisse wie die Mietpreisbremse oder den Mietendeckel ab.